Die besten Jahre

…oder wie mich die Wechseljahre zu besseren Honoraren, Aufträgen, Gelassenheit und Achtsamkeit führten.

Schon beim Wort Wechseljahre spalten wir uns in mehrere Lager. Die einen denken gleich an Hitzewallungen, Rente, Alles ist vorbei, Krankheit, Hormone, alte Frauen und dergleichen. Die andere Seite lässt sich auf dieses Schreckgespenst gar nicht erst ein, sondern sieht der großen Zeit der Verwandlung mit einer gewissen positiven Erwartung entgegen. Fest steht, es ist ein wichtiges Thema, über das unbedingt geredet werden muss. Es sollte heraus geholt werden aus der verschwiegenen, schambehafteten Ecke. Und darum mache ich auch gerne mit bei der Blogparade von Gela Löhr, die mit ihrem Forum Lemondays diesem Thema einen tollen Raum gibt. Viele Frauen haben weise, fröhliche und nachdenklich Beiträge geliefert, die am Ende meines Berichtes verlinkt sind.

Ich gehöre zu der zweiten Kategorie. Für mich sind die Wechseljahre positiv besetzt. Es sind meine besten Jahre, wie ich finde. Fehlt es mir an den typischen Begleiterscheinungen? Nein, wahrlich nicht. Auch ich finde Hitzewallungen überflüssig, lästig und die schweren Schlafstörungen haben meine Leistungsfähigkeit massiv eingeschränkt. Jo, das war zeitweise so schlimm, dass ich mich arbeitsunfähig gefühlt habe. Schlimmer wäre es, allerdings keine Wechseljahre erleben zu dürfen, was bei mir als ehemalige Krebspatientin im Raum stand. Gerade die schlimmen Symptome zwingen mich dazu, einmal mehr auf mich Acht zu geben und zu schauen, wie ich mit mir umgehe. Die Wechseljahre brachten mir die Wut, die ich dringend brauchte, um Konflikte zu lösen, bessere Jobs und damit höhere Honorare zu bekommen – und, um Leuten auf die Nase zu hauen, die es verdient hatten. Die veränderte Hormonlage brachte die Gelassenheit und die Achtsamkeit. Mehr dazu in meinem Video.

 

Ein zweites Video mit ein paar Buchtipps:

Einen wichtigen Buchtip möchte ich noch nachschieben, den ich im Video vergessen habe:
Auf der Buchmesse in Frankfurt habe ich viele neue Bücher zum Thema entdeckt. Bereits im vergangenen Jahr hat meine Kollegin Silke Burmester ein tolles Buch geschrieben über die neue Lebensphase, wenn die Kinder das Nest verlassen:
„Mutter-Blues – Mein Kind wird flügge und was werde ich?“
Das werde ich noch mal in einem extra Beitrag genauer vorstellen, aber hier schon mal der Titel.

Die tolle Gela Löhr und das Lemonday-Forum findet Ihr hier:

Blogparade „Meine Wechseljahre und ICH“

Hier ist der Link zur Lemondays-Facebook-Gruppe:

https://www.facebook.com/lemondays.de

Alle Teilnehmerinnen der Blogparade haben weise Worte gefunden. Einige habe ich herausgepickt. Es lohnt sich unbedingt auf Lemondays auch die anderen Beiträge zu lesen, um vielleicht hier noch andere Lebensweisheiten aufzugreifen.

„Wir sind immer noch heiß, es kommt jetzt nur in Wellen“. Hat Achtsamkeitstrainerin Dagmar Butowski ihren Beitrag genannt und gleich noch ein Geschenk dazu gepackt.

Um Lust, Genuss und Sexualität in den Wechseljahren geht es bei Anandi Iris Mittnacht. Sie räumt auf mit dem Klischee, dass mit der Menopause alles zu Ende ist.

Trainerin Beatrice Drach weiß genau, was regelmäßige Bewegung für Körper und Seele bewirkt. Deshalb ist ihr Beitrag „Next Stop: Menopause“ nicht nur ein persönlicher Bericht, sondern auch ein Plädoyer für Bewegung.

Allein die Überschrift hat mir schon viel Freude gemacht!  „Gestern war ich noch sexy, heute bin ich heiß“ ist der Titel des Beitrags von Sonja Haueis, in dem sie uns tiefe Einblicke in ihre Veränderungen gibt.

Schöne Kleidung für runde Körper? Gerade in den Wechseljahren wertvoll. Meike Reisch-Bergner schneidert sie sich auf den Leib – uns auch!  „Wenn ich für mich Kleidung nähe, nähe ich genau für den Körper, den ich habe“.

 

4 Kommentare

  1. Danke, Alexandra!
    Wichtiger Inhalt, kurzweilig vermittelt – klasse!
    Und von wegen „totes Fleisch“ – gerade so eine Hitzewallung vermittelt doch ziemlich deutlich: „Da ist noch ordentlich Leben drin!“ 😀

  2. Liebe Alexandra vielen Dank für Dein so herrlich, ehrliches Video.

    Die Tage waren für mich eine echte Herausforderung, eine Woche komplett auf Reisen. Im Prinzip wusste ich es schon, das ist zuviel.

    Allerdings und das passt grad ganz wunderbar, hatte ich eine sehr feine „Konferenz“ mit meiner Angst, und siehe da die Wut, ja die Wut ist so ein Thema. Meine kann so groß sein, dass sie das Blut in Wallung bringt und sie hat sich ganz still und heimlich hinter der Angst versteckt. Kaum entdeckt wird die Angst kleiner und die Wut wird zur Motivation.

    Alles was Du erzählst, kann ich eins zu eins unterschreiben und ja es stellt sich jeden Tag die Frage, „will ich das?“ Auch wenn mein Leben damit nicht wirklich einfacher ist.

    Herzliche Grüße
    Martina Kahlert

    • Liebe Martina,
      danke, da freue ich mich :-)! Herrlich, ehrlich – das greife ich gern auf. Die Ehrlichkeit zu mir zu stehen, mich nicht zu verstecken und zu verstellen spielt eine große Rolle mittlerweile in meinem Wertekanon. Damit passe ich nicht unbedingt in die Journalistenriege. Ich aber finde, dass ich gerne authentisch sein möchte. Meine Oma sagte immer so schön: „Unter jedem Dach ein Ach!“ Und es ist so. Das Aufpassen hört wohl nie auf. Ich wünsche Dir viel Kraft auf Deinem Weg! Und wie nett, dass wir uns begleiten! Herzlichst Alexandra

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.